Dieses Mal war ich drei Tage geschäftlich in Shanghai. Bei der Hotelwahl entschied ich mich bewusst gegen die neueren Bürogebäude in den Geschäftsvierteln und wählte schließlich das Hotel Jin Jiang Pacific Hotel Shanghai am Volksplatz. Anfangs hatte ich es nur wegen der Nähe zu mehreren Geschäftspartnern gewählt, doch nach meinem Aufenthalt wurde mir klar, dass diese Geschäftsreise effizientes Arbeiten und ein seltenes Gefühl der Entspannung in einem hundert Jahre alten Gebäude perfekt vereinte.
Ich landete abends am Flughafen Hongqiao, nahm die Linie 2 direkt zur Station Volksplatz und war von Ausgang 8 nur drei Gehminuten vom Hoteleingang entfernt – ich brauchte nicht einmal ein Navigationsgerät. Der Check-in verlief schneller als erwartet. Die Mitarbeiter an der Rezeption hatten meinen Zimmerschlüssel bereits vorbereitet und überreichten ihn mir in weniger als zwei Minuten. Sie wiesen mich sogar ausdrücklich darauf hin, dass das Zimmer in einem der oberen Stockwerke über ein schallisoliertes Fenster verfügte, sodass ich beim nächtlichen Planen nicht vom Lärm des Platzes gestört werden würde. Sie zeigten mir sogar den kostenlosen Druckbereich, sodass ich nicht danach fragen musste.
Die Zimmeraufteilung war perfekt auf die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden zugeschnitten: Ein großer Schreibtisch aus Massivholz stand am Fenster, und Netzwerkanschlüsse sowie verschiedene Steckdosen waren bequem erreichbar, sodass ich mich nicht bücken und nach Mehrfachsteckdosen suchen musste. Die Matratze hatte genau den richtigen Härtegrad; nachdem ich tagsüber drei Meetings abgehalten hatte, entspannte sich mein Rücken innerhalb von zehn Minuten nach dem Hinlegen – ganz anders als das steife, ungewohnte Gefühl in manchen Businesshotelketten. Besonders praktisch war der separate begehbare Kleiderschrank; die darin liegenden Koffer blockierten nicht den Gang, und es gab einen eigenen Bereich zum Umziehen und für die Dokumentenmappe, anstatt dass mein Koffer zerknittert am Fußende des Bettes stand.
Am nächsten Tag, vor einem frühen Meeting, ging ich gezielt ins Restaurant im achten Stock. Das Frühstücksbuffet war zwar nicht luxuriös, bot aber alles Notwendige: frisch gekochten, heißen Porridge, perfekt gebratene Eier, erfrischende Beilagen und frisch gemahlenen Kaffee. Ein herzhaftes Frühstück war in zehn Minuten geschafft, ohne dass ich Zeit mit dem Stöbern am Buffet vergeuden musste. Falls zwischendurch eine Änderung des Kooperationsvertrags nötig war, konnte dieser direkt im Businesscenter des Hotels ausgedruckt und gebunden werden. So ersparte ich mir die Suche nach einer Druckerei in der sengenden Shanghaier Sonne, und die gesparte halbe Stunde nutzte ich für eine kurze Pause auf dem Retro-Sofa in der Lobby.
Nach meinem letzten Geschäftsessen kehrte ich spät abends ins Hotel zurück. Als ich die schwere Tür aufstieß, war der Trubel der Nanjing Road draußen wie weggeblasen. Zurückgelehnt im Sessel am Fenster genoss ich den Blick auf den nächtlichen Volksplatz. Eine Brise, die die einzigartige Wärme des alten Shanghais mit sich trug, wehte durch die Fensterritzen. Natürlich hatte das alte Hotel auch seine Macken. Einige der Flureinrichtungen waren etwas in die Jahre gekommen, und der Aufzug war ziemlich langsam, sodass man in der Hauptverkehrszeit eine halbe Minute länger warten musste. Doch diese kleinen Unannehmlichkeiten wogen die Vorteile der Lage und des Ambientes bei Weitem auf.
Beim Auschecken bestellte mir die Rezeption sogar proaktiv ein Auto zum Hochgeschwindigkeitsbahnhof, sodass ich nicht auf der Straße warten musste. Ich hievte meinen Koffer ins Auto, blickte zurück, und das alte Gebäude aus dem Jahr 1926 stand still unter den Straßenlaternen. Früher dachte ich, solange ich auf Geschäftsreisen schlafen konnte, war alles in Ordnung, solange ich in einem Hotel übernachtete. Doch dieses Mal, als ich im Jin Jiang Pacific Hotel Shanghai übernachtete, wurde mir klar, dass ich die richtige Wahl getroffen hatte. Selbst die Hektik des Alltags wurde durch die Ruhe und Gelassenheit des alten Gebäudes sanft gemildert.Mehr anzeigen